Im Hause Bergendahl gab es am 01. Dezember 2021 Grund zu feiern. Vor genau 20 Jahren begannen Melanie und Klaus ihren gemeinsamen Weg in die Selbstständigkeit und übernahmen den Malerbetrieb von Manfred Bergendahl. Heute blicken die beiden Bottroper auf viele schöne Erinnerungen zurück. „Wir haben es nie bereut, auch wenn es manchmal stressig war“, strahlt die 50-jährige Melanie Bergendahl.

Als Melanie und Klaus anfingen, gab es noch kein richtiges Büro. „Der Schreibtisch stand im Wohnzimmer“, erinnert sich Melanie. Es war Dezember 2001 – im selben Jahr kam auch der erste Sohne Hendrik zu Welt, zwei Jahre später Sohn Niklas. An Elternzeit war nicht zu denken. Das Familienleben und die Arbeit spielten sich unter einem Dach ab. Doch die beiden Bottroper schafften den Spagat.

Mit den Jahren wuchs die Firma. Nach einem ersten kleinen Büro im Haus folgte 2013 der Komplettausbau. Endlich war genug Platz, um berufliches und privates zu trennen. Und auch immer mehr Mitarbeiter kamen dazu. Von Anfang an mit dabei: Frank Holtermann, der auch heute noch im Bergendahl-Team tätig ist.

Zehn Mitarbeiter sind es heute, darunter vier Azubis. Auch Sohn Niklas hat sich im vergangenen Jahr für eine Ausbildung zum Maler entschieden. „Wir haben keinen unserer Söhne gezwungen. Niklas hat in den Beruf reingeschnuppert und Gefallen gefunden“, berichtet der 53-jährige Klaus Bergendahl. Die Eltern sind stolz. „Er macht sich toll“, lobt Mutter Melanie.

Highlights gab es viele in den vergangenen Jahren. „Die Zusammenarbeit mit Holger Czeranski hat uns einen großen Schub bei der Außenwirkung gegeben. Er war maßgeblich an unserem Erfolg beteiligt“, sagt Melanie Bergendahl. Und auch das Netzwerk durch die Modernisierungsoffensive von Bremer Baustoffe hat die Firma nach vorne gebracht. Deswegen ist es den beiden auch wichtig, der Heimatstadt etwas zurückzugeben. Ob bei den Stadtfesten oder beim Weihnachtsmarkt – Melanie und Klaus sind immer dabei, um das Stadtgeschehen zu unterstützen.

Mittlerweile ist Bergendahl in Bottrop und darüber hinaus bekannt für gute Arbeit. Spezialisiert hat sich der Malerbetrieb auf Maler- und Tapezierarbeiten, Schimmelsanierung, Bodenverlegung, Trockenbau, Fliesenverlegung, Fassadenarbeiten, Dämmungen und Hebebühnenvermietung.

Seit 26 Jahren verheiratet

Beruflich wie privat ergänzt sich das Paar perfekt. Erst im vergangenen Jahr haben Melanie und Klaus ihre Silberhochzeit gefeiert. Neben der Arbeit teilen sie gemeinsame Hobbies wie wandern, reisen und shoppen. Zudem sind beide in der Kirche sehr aktiv, da aber getrennt voneinander. Klaus ist im Kirchenvorstand St. Joseph und Melanie in der Martinskirche. Zudem ist sie Konzertmeisterin und Flötistin beim Posaunenchor Bottrop-Altstadt. Nur beim Fußball haben sie unterschiedliche Vorlieben: Melanie ist Schalke-Fan, Klaus Dortmund.

Nach 20 Jahren blickt das Unternehmerpaar optimistisch in die Zukunft. Trotz, oder gerade wegen Corona ist der Bedarf an Handwerker enorm gestiegen. Perspektivisch will sich der Malerbetrieb in Zukunft erweitern. Im Januar wird ein weiterer Geselle eingestellt und auch räumlich soll in nächster Zeit etwas passieren.

Der 17-jährige Niklas hat eher über Umwege seine Ausbildung zum Maler und Lackierer beim Malerbetrieb Klaus Bergendahl angefangen. Seine Vorgesetzten und Ausbilder sind hierbei seine Eltern.

Eigentlich wollte Niklas Bergendahl etwas völlig anderes erlernen und stellte dabei schnell fest, dass seine Vorstellung von diesem Beruf rein gar nicht zu dem passte, was er dort letztendlich machen musste. Er brach die Ausbildung ab und sortierte sich erstmal neu. „Ich hatte keinen Plan B in der Tasche und wusste nicht wirklich, wie es jetzt mit mir und einer Berufsausbildung weitergeht. Meine Eltern gaben mir dann die Möglichkeit, ein Praktikum im Malerbetrieb zu machen. Und nach zwei Wochen wollte ich diesen Beruf erlernen“, erklärt der Azubi.

Obwohl Niklas Bergendahl im elterlichen Betrieb groß geworden ist und in den letzten Jahren hin und wieder seinen Vater Klaus auf Baustellenbesichtigungen begleitet hatte, war dieser Beruf für ihn eher uninteressant. „Wir wollten ihn zu keiner Zeit in irgendeine Berufsrichtung drängen. Er sollte seine eigenen Erfahrungen sammeln und Interessen finden“, so Malermeister Klaus Bergendahl, der ebenfalls sein Können über Umwege bei seinem Vater erlernt hatte. „Im Gegensatz zu Niklas war ich schon früh im Unternehmen meiner Eltern involviert und konnte mit Beginn meiner Ausbildung schon recht viele Arbeiten völlig selbstständig. Niklas fängt bei null an.“

Niklas Bergendahl bei der Arbeit.

In seinem ersten Ausbildungsjahr macht Niklas auch schon nahezu alles an Maler- oder Abklebearbeiten. Die Arbeitskollegen haben ihn als Sohn vom Chef zunächst vorsichtig und zurückhaltend aufgenommen. „Aber das wollte ich nicht und wir haben uns alle schnell angefreundet. Die Jungs haben bei mir nichts vorausgesetzt. Und das ist auch gut so. Ich fühle mich sehr gut aufgehoben und wohl im Betrieb“, unterstreicht Niklas das gute Miteinander in der Firma. Auch die Tatsache, dass seine Eltern nun seine Chefs sind, empfindet er nicht als störend. „Ich kann mich hier voll auf beide verlassen – egal ob als Arbeitgeber oder als Eltern“, freut sich der Azubi.

In einem Familienbetrieb ist die Firma oftmals auch nach Feierabend ein Thema. Aber der eigene Nachwuchs ist mittlerweile auch vom Bergendahl-Virus infiziert und möchte sich auch nach der dreijährigen Ausbildung stetig weiterbilden. Unterstützung hierbei erfährt er natürlich vollumfänglich von seinen Eltern. „Wir stehen voll hinter dem was Niklas machen wird und würden uns freuen, wenn er sich weiterbildet und die Firma später mal leitet. Aber wir würden ihn nie dazu zwingen“, bestätigt Melanie Bergendahl das elterliche Vertrauen in ihren Sprössling, die das berufliche Miteinander manchmal als persönliche Gradwanderung empfindet. Zum einen ist er der Sohn und zum anderen der Mitarbeiter. „Natürlich bekommt er als Mitarbeiter auch mal eine Ansage, wenn etwas nicht so rund läuft. Aber das muss anschließend im familiären Umfeld auch schnell wieder ausgeblendet sein. Letztendlich wollten wir immer, dass unsere Söhne behutsam und ohne Druck, dass sie in unserem Betrieb arbeiten müssen, aufwachsen. Wir freuen uns gemeinsam auf das, was passieren wird, egal wohin Niklas Weg ihn noch führen wird und ob er sich tatsächlich irgendwann einmal für das Unternehmen entscheidet,“ sind sich die Eheleute Bergendahl als Eltern und gleichzeitig Arbeitgeber einig über den beruflichen Werdegang ihres Sohnes

Der Malerbetrieb Klaus Bergendahl verzichtet auch in diesem Jahr auf Kundenpräsente und spendet stattdessen 500 Euro an das Hospiz Bottrop.

Schon seit Jahren unterstützt der Malerbetrieb das Hospiz Bottrop und war auch zuletzt aktiv auf der Laufstrecke, wenn hieß „Jeder Meter zählt“. Doch auch der Spendenlauf im Rathausviertel Bottrop ist der Pandemie zum Opfer gefallen und konnte nicht stattfinden.

„Bekannte von uns hatten ihre letzten Tage im Hospiz und fühlten sich hier mehr als gut aufgehoben. Diese Einrichtung ist für alle sehr wichtig und wir sind einfach dankbar, wenn es den Bewohnern dort auf deren letzten Stunden einfach angenehmer gemacht wird“, begründen die Eheleute Bergendahl ihr erneutes Engagement.

Für Hospizleiter Christoph Voegelin sind nicht nur die Zuwendungen aus dem Spendenlauf weggebrochen sondern auch z.B. von Bestattungen, denn auch hier war es stets üblich, dass anstatt Blumen- oder Kranzspenden eine Zuwendung im Interesse der Verstorbenen und deren Angehörigen an das Hospiz ging. „Aber Beerdigungen dürfen ja in der Pandemie nicht wie gewohnt stattfinden“, weiß Voegelin.

„Wir verzichten erneut – und ohne dass uns einer böse ist – auf Kundengeschenke zu Weihnachten und unterstützen lieber gerne wieder das Hospiz und deren wundervolle Arbeit“, so Melanie Bergendahl, die dadurch noch auf mehr Nachahmer aus dem Unternehmerkreis hofft.